Zeitarbeit

Unter Zeitarbeit versteht man ein sog. „unechtes Leiharbeitsverhältnis“.

Beim „echten“ Leiharbeitsverhältnis ist der Arbeitnehmer nach der vertraglichen Vereinbarung überwiegend im Unternehmen des Verleihers tätig. D.h. der Verleiher bleibt Arbeitgeber und haftet z.B. weiter für Vergütung, Entgeltfortzahlung und Urlaub. Das Direktionsrecht ist zwischen Verleiher und Entleiher aufgespalten. Den Verleiher trifft eine Überwachungspflicht, dass der Arbeitnehmer ordnungsgemäß beschäftigt wird, insbesondere hat er dafür Sorge zu tragen, dass der Entleiher die Arbeitsschutzvorschriften einhält. Andererseits muss der Arbeitnehmer auch die vertraglichen Nebenpflichten gegenüber Verleiher und Entleiher einhalten.

Das „unechte Leiharbeitsverhältnis“ ist im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geregelt. Danach ist eine gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung von einer Erlaubnis durch die Bundesanstalt für Arbeit abhängig, § 1 I 1 AÜG.

Die negativen Voraussetzungen für eine Erlaubniserteilung sind in § 3 I AÜG geregelt. Demnach wird eine Erlaubnis nicht erteilt, wenn der Verleiher nicht die erforderliche Zuverlässig­keit besitzt, er nicht in Lage ist einen einwandfreien organisatorisch Ablauf zu gewährleisten oder er durch sein Verhalten zeigt, dass er sich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen halten will.

Das Arbeitsverhältnis des Leiharbeitnehmers zum Verleiher unterliegt den besonderen Bestimmungen der §§ 9-11 AÜG. Von diesen Bestimmungen kann aber zumindest zum Teil durch Tarifvertrag abgewichen werden.

Im Bereich der Zeitarbeit wird überwiegend die Geltung spezieller Tarifverträge für die Zeitarbeitsbranche vereinbart. In diesen tariflichen Regelungen finden sich zahlreiche Besonderheiten gegenüber dem Gesetz.

RSS - Zeitarbeit abonnieren