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"Urlaub und Feiertage sind schön" - nur nicht für Arbeitgeber?

Mittwoch, September 26, 2018 - 10:38

 

Lohnfortzahlung und Urlaubsberechnung

 

im Rahmen unserer Strategierunde für Arbeitgeber haben wir uns am  26 September 2018 damit beschäftigt, wie Urlaubs- und Feiertage zu entlohnen sind.

 

Einen Schwerpunkt hierbei bildete  das Urlaubsrecht, welches aktuell durch europarechtliche Vorgaben immer noch einem steten Wandel ausgesetzt ist. Aktuell ist in mehrfacher Hinsicht der Verfall von Urlaubsansprüchen in der Diskussion.

 

Nach dem Bundesurlaubsgesetz gibt es ansich klare Regelungen: Normalerweise verfällt der Urlaub am Ende des Urlaubsjahres, wenn der Urlaub nicht genommen wurde. Nur unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere bei einer Verhinderung des Arbeitnehmers oder aus betrieblichen Gründen, kann der Urlaub auf das nachfolgende Kalendervierteljahr übertragen werden.

Hiervon gibt es aufgrund europarechtlicher Vorgaben schon lange Ausnahmen im Falle einer lang anhaltenden Krankheit. Dann verfällt der Urlaubsanspruch ausnahmsweise erst 15 Monate nach Abschluss des Urlaubs- bzw. Kalenderjahres. Dies bedeutet, dass der Urlaub aus dem Jahr 2017 erst am 31.3.2019 verfällt. je nach Beendigungszeitpunkt können so Urlaubsansprüche aus bis zur 2 Jahren und 2 Monaten auflaufen.

 

Mit Spannung erwartet wird zudem eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Frage, ob der Arbeitgeber den Arbeitnehmer darauf hinweisen muss, dass sein Urlaub zu verfallen droht. Es zeichnet sich diesbezüglich ab, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zumindest auf den Verfall des Urlaubs hinweisen und  geeignete Vorkehrungen treffen muss, dass der Arbeitnehmer seinen Urlaub auch nehmen kann. Ansonsten macht sich der Arbeitgeber schadensersatzpflichtig, sodass der Urlaub nicht verfällt.

 

Themenschwerpunkte waren weiter  die Behandlung des Urlaubsanspruchs bei unter dem Jahr wechselnder Arbeitszeit sowie die Berechnung Gewährung von Urlaub bei wechselnden Arbeitszeiten unter der Woche.